Der-neue-Rolli-2/3

Donnerstag, Juli 18, 2019

Die hohen Erwartungen waren dann auch recht schnell verschwunden. Im täglichen Gebrauch waren die Änderungen gegenüber dem alten Rollstuhl auf Dauer nicht gerade praktisch.

Es ist schön aufrecht zu sitzen, gerade beim Verzehr der von meiner über Alles geliebten Ehefrau zubereiteten leckeren Speisen ein echter Fortschritt.

Aber durch das verkürzen des Rahmens um gut 10 cm war es mir nun kaum mehr möglich selbstständig die Füße auf die Trittbretter zu heben. Das aufrechte Sitzen erschwerte das nur noch zusätzlich. Der feste Vorderbau ohne die praktische seitliche Schwenkfuntion der Trittbretter machten den Transfer mit dem Patientenlifter fast unmöglich.

Also zog ich es nach drei Tagen vor, wieder den alten Rollstuhl zu benutzen. Der neue Rollstuhl stand in der Ecke und bekam den netten Titel Fehlversorgung. Nur eine neue vordere Hälfte des Rahmens könnte helfen damit ich mit dem Ding klar komme.

Der Mitarbeiter des Sanitätshaus war natürlich unglücklich damit. Er sah die Notwendigkeit und wusste dass der Rahmen, zu dem er mir geraten hatte, nun wohl auf Kosten seiner Firma erneuert werden musste.

Die rettende Idee kam zuerst meiner über Alles geliebten Ehefrau, der Techniker und ich waren schnell überzeugt. Wir nehmen einfach die vordere Hälfte des Rahmen von dem alten Rollstuhl und bauen da die neuen Teile dran.

Das ganze war in 1-2 Stunden erledigt. Der alte Rohlstuhl war nur noch ein Karton voller Teile und steht nun nicht mehr zur Verfügung. Aber der neue war jetzt in täglichen Gebrauch einsetzbar und sah durch die unterschiedlichen Farben der Rahmenteile, vorne grau und hinten schwarz, recht cool aus.

Na gut, irgendwie machte mir die aufrechte Sitzposition noch Rückenschmerzen. Aber da muss sich der Körper nach sechs Jahren fast im Liegesitz ja auch erstmal dran gewöhnen.